Blitzlicht

Fast jeden Tag stehe ich an der Mühlstraße, um auf meine Mitfahrgelegenheit zu warten. Dabei sehe ich die tägliche Autolawine Richtung Amstetten an mir vorbeirollen. In 90 % der PKWs sitzt eine Person. Nur Schüler fahren Bus – so lange, bis sie endlich den Führerschein bekommen. Dann steigen auch viele von ihnen auf den eigenen PKW um. Warum auch nicht? Wir Erwachsene leben es ihnen so vor.

Ich habe eine Vision!

Lucia

Ich sehe die Rudolfsbahn halbstündlich nach Amstetten fahren – weil sie endlich 2-spurig ausgebaut wurde. Auch in Böhlerwerk/Sonntagberg hält der Zug. Viele, die früher Teil der Autolawine waren, nutzen den Zug gern. Warum auch nicht? Sie werden erzählen: „Es ist ein gemütlicher Start in den Tag, weil ich noch ein bisschen dösen kann.“ „Ich hab endlich wieder Zeit, täglich in einem Buch oder einer Zeitung zu lesen.“, oder „Ich spar mir mit der günstigen Öffi-Karte monatlich einen netten Betrag zur Seite“, höre ich sie sagen. Und: „Vom Bahnhof gelange ich dann mit dem Kleinbus, den meine Firma organisiert und zahlt, an den Arbeitsplatz. Oder ich fahre mit dem Rad.“ Und die B121? Die rückverwandelt sich vom Highway to Hell zu einer ganz normalen Landstraße, die sie einmal war.


Von

Lucia Kößl

Lehrerin und begeisterte Klimaaktivistin